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Wachtelweizen-Buchenwald

Melampyro-Fagetum Oberd. 1957

Das Melampyro-Fagetum umfasst Buchenwälder auf basenarmen Böden. Der Schwerpunkt der Verbreitung liegt in der submontanen Stufe, seltener kommt die Gesellschaft in der tiefmontanen Stufe vor. Die Abgrenzung zwischen primären und sekundären Vorkommen der Gesellschaft ist schwierig, da in diesem Höhenstufenbereich der Entzug von Nährstoffen und Basen durch die Streunutzung als besonders stark anzusehen ist. Langandauernder Nährstoffentzug kann bewirken, dass aus einem Galio odorati-Fagetum allmählich ein Melampyro-Fagetum entsteht.

Letzte Änderung: Tuesday 01 August 2006 11:34:32 am


Arten der Strauch- und Krautschicht

Baumarten in Strauch- und Krautschicht: Rotbuche (Fagus sylvatica, 90 %), Fichte (Picea abies, 90 %), Eberesche (Sorbus aucuparia, 50 %), Stieleiche (Quercus robur, 48 %), Weißtanne (Abies alba, 43 %), Rotföhre (Pinus sylvestris, 19 %), Bergahorn (Acer pseudoplatanus, 17 %), Gewöhnliche Esche (Fraxinus excelsior, 17 %), Weißbirke (Betula pendula, 14 %), Vogelkirsche (Prunus avium, 12 %), Lärche (Larix decidua, 12 %).

Sträucher: Hasel (Corylus avellana, 38 %), Brombeere (Rubus fruticosus agg., 17 %), Faulbaum (Frangula alnus, 12 %).

Krautige und Zwergsträucher: Weißliche Hainsimse (Luzula luzuloides, 98 %), Heidelbeere (Vaccinium myrtillus, 90 %), Adlerfarn (Pteridium aquilinum, 71 %), Wald-Habichtskraut (Hieracium murorum, 64 %), Gewöhnlicher Wachtelweizen (Melampyrum pratense, 48 %), Wald-Frauenfarn (Athyrium filix-femina, 38 %), Männerfarn (Dryopteris filix-mas, 36 %), Wimper-Hainsimse (Luzula pilosa, 36 %).

Letzte Änderung: Wednesday 26 July 2006 6:21:40 pm


Untertypen und Übergänge

Letzte Änderung: Tuesday 26 April 2005 9:46:24 am


Waldbau

In dieser mäßig leistungsfähigen Gesellschaft ist ein hoher Buchenanteil für die Erhaltung der Standortskraft unentbehrlich. Die Fichte zeigt nur bei ausreichender Wasserversorgung brauchbare Wuchsleistungen und sollte aufgrund der bodenverschlechternden Nadelstreu und aus Gründen der Bestandesstabilität nur in Gruppen eingebracht werden. Durch ausgeprägte Vorwüchsigkeit eignen sich Kiefer, Lärche, Douglasie und Roteiche gut für die Anreicherung, insbesondere zur Schaffung zweischichtiger Bestände mit den Lichtbaumarten im Oberstand und reichlich Buche im Nebenbestand. Die heimischen Eichenarten bedürfen intensiverer Pflegeeingriffe, um sich gegen die Schattbaumart behaupten zu können.

Letzte Änderung: Wednesday 26 July 2006 6:19:24 am


Wichtige ökologische Faktoren

Letzte Änderung: Tuesday 26 April 2005 9:45:12 am


Bestandesstruktur

Das Melampyro-Fagetum wird in der Regel von der Buche dominiert. Natürliche Mischbaumarten sind Stiel- oder Traubeneiche, Vogelbeere und Winterlinde in der Pionierphase auch Rotföhre und Birke. In reicheren Ausbildungen können Hainbuche, Feldahorn oder Vogelkirsche, am Übergang zum Luzulo-Fagetum desweiteren die Tanne natürlich vorkommen. Häufig forstlich eingebracht und großflächig auch dominant sind Fichte und Rotföhre. Die forstlich zurückgedrängte Buche hält sich häufig in der 2. Bestandesschicht.
In der Strauchschicht treten neben der Baumartenverjüngung zahlreiche Straucharten auf. Adlerfarn und Heidelbeere können faziesbildend auftreten. Die Moosschicht ist sehr unterschiedlich entwickelt und nimmt im Allgemeinen mit dem Nadelbaumanteil zu.

Letzte Änderung: Friday 15 December 2006 2:24:07 pm


Naturschutzfachliche Bewertung

Rote Liste der Biotoptypen Österreichs:
Die Waldgesellschaft kann nach Essl et al. 2002 dem Biotoptyp „Lehm-Fichten-Tannen-Buchenwald“ zugeordnet werden. Während dieser Biotoptyp aktuell in den Südlichen Randalpen regelmäßig zu finden ist und daher nur als gefährdet eingestuft wird, ist er im Klagenfurter Becken sehr selten und gilt als stark gefährdet.

Natura 2000:
Die Waldgesellschaft ist entsprechend dem Anhang I der FFH-Richtlinie ist dem Lebensraumtyp „9110 Hainsimsen-Buchenwald (Luzulo-Fagetum)“ zuzuordnen. Dieser Lebensraumtyp ist nicht als prioritär eingestuft.

Letzte Änderung: Friday 01 December 2006 6:52:14 am


Referenzflächen

Derzeit sind keine Referenzflächen in Form von Naturwaldreservaten verfügbar.

Letzte Änderung: Thursday 11 January 2007 8:56:55 am


Verbreitung
Verbreitung Melampyro-Fagetum

Letzte Änderung: Wednesday 22 November 2006 12:57:07 pm


Standort

Das Melampyro-Fagetum kommt im Untersuchungsgebiet zwischen 450 und 900 m (1100 m) Seehöhe auf silikatischem Gestein, z. T. auch mit Karbonatbeeinflussung, vor. Schatt- und Sonnhänge sind etwa gleich häufig. Damit ist gegenüber dem Gesamtdatensatz die Süd-Komponente deutlich überrepräsentiert. Als primär sind vor allem die Vorkommen auf Oberhängen, Kuppen und Rücken sowie auf steilen bis schroffen Mittelhängen anzusehen, Bestände an Unterhängen und an geringer geneigten Mittelhängen können auch sekundär entstanden sein. Im untersuchten Datensatz ist die Tendenz zur Besiedlung von reliefbedingten „Verlustlagen“ abzulesen.
Es werden vor allem leichte, magere Braunerden und – in etwas geringerem Ausmaß – Semipodsole besiedelt. Echte Podsole kommen sehr selten vor. Der Wasserhaushalt der untersuchten Standorte wurde als mäßig frisch bis mäßig trocken eingestuft.

Verteilung bezüglich Gesteinsgruppen
Verteilung bezüglich Bodentypen
Verteilung bezüglich Seehöhe
Verteilung bezüglich Exposition
Verteilung bezüglich Neigung
Verteilung bezüglich Gewinn-/Verlustlagen
Verteilung bezüglich Wasserhaushalt

Letzte Änderung: Tuesday 09 January 2007 2:29:09 pm


Baumarten
Für die Baumarten der Waldgesellschaft wird die von Naturaus zu erwartende Dominanzklasse in vier Stufen angegeben:
eingesprengt (1-5%); beigemischt (5-25%); subdominant (25-50%); dominant (50-100%)

Weiters wird die ökologische und ökonomische Bedeutung der Baumart in Form eines "Ampelwert" dargestellt:
blau: ökologisch wertvoll und ökonomisch wertvoll
grün: ökologisch wertvoll aber ökonomisch durchschnittlich
orange: ökologisch bedenklich
rot: ökologisch abzulehnen

Rotbuche dominant Ampelwert: Blau

Rotfichte fehlt in natürlichen Beständen Ampelwert: Gelb bewirtschaftungsbedingt oft subdominant

Weißtanne beigemischt Ampelwert: Blau

Weißkiefer beigemischt Ampelwert: Gelb bewirtschaftungsbedingt oft subdominant

Weiß-Birke beigemischt Ampelwert: Grün wichtigste Pionierbaumart in der Sekundärsukzession auf Kahlflächen

Stieleiche beigemischt Ampelwert: Blau

Traubeneiche beigemischt Ampelwert: Grün

Lärche beigemischt Ampelwert:

Letzte Änderung: Friday 01 December 2006 8:00:14 am